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Wahres Glück
„Was brauchst du, um wirklich glücklich zu sein?“ Kaum eine Frage hat für mich im vergangenen Jahr mehr an Bedeutung gewonnen, und wurde gleichzeitig mit immer weniger Dingen gefüllt. Es waren nicht mehr die großen Reisen, die es zum Glück brauchte, sondern manchmal das Kerze-anzünden am Abend.
Manchmal fiel es mir zugegebenermaßen schwer, darauf zu antworten. Da war der Nebel von Müdigkeit und Erschöpfung so dicht, dass ich nicht ans Glücklich-Sein denken wollte. Manchmal, da fühlten sich die Wege durch dieses Jahr genauso an, wie es von
den Wegen nach Ostern erzählt wird. Die beiden Jünger, auf dem Weg nach Emmaus, sind so in ihrem Nebel von Trauer versunken, dass sie wahrscheinlich wenig hätten anfangen können mit der Frage, was sie zu ihrem Glück bräuchten. Der Fremde, der den Weg mit ihnen mitgeht, weiß das. Er will ihnen weder Glück aufzwingen, noch spricht er Worte wie „Lacht doch mal“. Stattdessen begleitet er sie auf ihrem Weg, kehrt ein und isst. Erst im Essen lichtet sich der Nebel und Erinnerungen werden wach. Durch den Nebel strahlen helle Strahlen, die verraten: Jesus ist bei ihnen.
Was brauchst du, um wirklich glücklich zu sein? Für die Jünger war es vielleicht genau dieser Moment. Gott war bei ihnen, den ganzen Weg über. Dieser Moment hat sie wieder mehr sehen lassen als nur das zurückliegende Unglück. Die Jünger hatten danach nicht mehr als vorher, und doch waren sie reicher, weil sie die Welt mit anderen Augen sehen konnten.
Daran will ich mich orientieren. Ich will mein Glück nicht abhängig machen von gewissen Dingen oder Besitztümern. Mein Glück will ich spüren in den Momenten, in denen ich genau weiß, dass Gott den Weg mitgeht. Das ist manchmal das Lächeln unter der Maske, manchmal die Krokusse, die der Wiese ein blau-lilanes Festkleid schenken. Manchmal ist es das Rauschen des Meeres, was mir hilft, meinen Kopf leer zu kriegen.
Für Ihre Wege, vor und nach Ostern, wünsche ich Ihnen Gottesbegegnungen, unerwartetes Glück und – weil man davon nicht genug haben kann – Gesundheit!

Ihre und Eure Pastorin
Friederike Köhn

 

 

Lost Places

Seit einigen Jahren ist das Fotografieren an verlassenen Orten, sogenannten „Lost Places“, zum Trend geworden. Die Bilder, die an diesen Orten entstehen, zeigen oft verlassene Hütten im Wald oder leerstehende Kirchen, Schulen oder Industriegebäude irgendwo in der Stadt. Auf den Bildern sieht es so aus, als sei hier seit Jahrzehnten niemand mehr gewesen. Wo genau die Bilder gemacht wurden, ist oft nicht zu erkennen, denn es gibt einen Ehrenkodex unter den Fotografinnen und Fotografen: Über den genauen Ort, wo sich diese Lost Places befinden, wird geschwiegen.
Auch ohne zu wissen, wo diese Plätze auf der Welt sind, fange ich an zu träumen, wenn ich diese Bilder sehe. Die Bilder sprechen eine Sprache, die meine Fantasie anregt. Sie haben oft etwas Magisches an sich. Ich überlege: Was geschah früher an diesem Ort? Wurde in der Hütte gearbeitet? Lernte jemand in dieser alten Schule seine große Liebe kennen?
Doch nicht nur die Gebäude auf den Motiven sprechen mich an. Auch die Natur drum herum, bringt mich zum Nachdenken. Wenn ich die Blumenranken sehe, die sich ihren Weg durch die Fenster bahnen oder den Löwenzahn sehe, der zwischen den Gehwegplatten emporschießt, dann wird mir bewusst: Gott, der alles Leben schafft, ist auch dort, wo niemand mit ihm rechnet. Gott ist auch an den Lost Places.
Herzliche Grüße,
Ihre und Eure Pastorin

Friederike Köhn

 

Liebe Gemeinde

während ich diese Zeilen für Sie schreibe, liegt mein neuer Kalender neben mir auf dem Schreibtisch. Es ist Anfang Januar. Auf den ersten Seiten sind auf einigen Feldern Videokonferenzen und Telefontermine eingetragen, doch die meisten erstrahlen noch blütenweiß.

Ich blättere durch das Buch und frage mich, womit wird es am Ende des Jahres gefüllt sein? Ich denke an die Hochzeitsfeiern und Familienfeste, die von letztem Jahr auf dieses Jahr verschoben wurden. Wie schön wäre es, wenn sie im Sommer stattfänden. Ich denke an den Besuch bei Freunden, der im letzten Herbst geplant war. Hoffentlich können wir uns nun im Frühjahr sehen. Und ich erinnere mich an die Konzertkarten, die seit letztem Jahr an der Pinnwand in meiner Küche hängen. Wie sehr sehne ich mich danach endlich wieder zu guter Musik vor einer Bühne zu tanzen.

Das neue Jahr hat begonnen und ich habe das Gefühl, mit ihm verbinden sich in diesem Jahr ganz besonders viele Hoffnungen, Wünsche und Träume. Doch ich bin lieber vorsichtig. Ich traue mich nicht, meine Termine mit Kuli einzutragen und so greife ich zum Bleistift. Das vergangene Jahr hat mir gezeigt, wie schnell langfristige Planungen hinfällig sein können. Das letzte Jahr schwingt noch immer nach und ich merke, dass es Kraft gekostet hat. Obwohl das neue Jahr begonnen hat, bleiben viele alte Sorgen und Gedanken bestehen.

Und dann ist da dieser Satz, den Jesaja aufgeschrieben hat. Er kommt mir in den Sinn, wenn ich an all meine Hoffnungen für dieses Jahr denke: „Aber alle, die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bekommen neue Kraft.“ Er gibt mir die nötige Energie, auch in diesem Jahr Pläne zu schmieden. Voller Vorfreude drehe ich die Musik laut – zur Einstimmung auf das anstehende Konzert in diesem Jahr.

Es grüßt sie herzlich,

Ihre und Eure

Pastorin Friederike Köhn

 
 
 
 
 

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